Unser X-Face-Converter ist online
Unter xface.alaskalabs.de steht ab sofort unser X-Face-Converter bereit. Warum eigentlich?
Wir bei Alaska.Labs lieben alte Internet-Standards. Sie sind irgendwie nerdig und effizient. Ein Standard, den eigentlich niemand mehr kennt, ist X-Face.
Das Format entstand in den späten 80ern oder frühen 90er-Jahren. Die Idee geht auf James Ashton zurück, der sich stark vom Programm Vismon inspirieren ließ, das man bei den Bell Labs entwickelt hatte. Vismon setzte kleine Grafiken ein, um Gesprächspartner optisch wiederzuerkennen. Dieser Ansatz ließ sich ganz einfach auf die damals entstehende Internetkommunikation übertragen: Sender packten fortan kleine Porträts, Logos oder Symbole direkt in den Header von E-Mails und Usenet-Beiträgen. Die Verbreitung ließ aber wie die sinnvolle Nutzung des Usenets extrem nach, und heute erinnert sich niemand mehr daran.
Technische Hintergründe
Technisch handelt es sich bei einem X-Face um eine 48 × 48 Pixel große Schwarz-Weiß-Bitmap. Das ergibt die Farbtiefe von einem ganzen Bit. Die insgesamt 2304 Bildpunkte entsprechen somit unkomprimiert lediglich 288 Byte Bildinformation. Viel zu viele Bytes. Das musste verkleinert werden. Dazu wurde Compface entwickelt, ein verlustfreier Bildkompressor und Encoder genau für 48 × 48 px.
Die reine 1-Bit-Bitmap braucht also nur 288 Byte. Compface bekommt historisch aber keine 288-Byte-Rohbitmap, sondern typischerweise eine textuelle C-Darstellung mit 48 Zeilen wie 0x1234,0x5678,0x9ABC. Das sind ungefähr 1056 Byte ASCII-Text. Die Compface-Dokumentation gibt für die komprimierte Ausgabe im Mittel weniger als 200 Zeichen an und spricht deshalb von mehr als 5:1 Kompression. Gegenüber den tatsächlichen 288 Byte Bitmapdaten ist der Gewinn wesentlich kleiner: bei 200 Zeichen wären es nur etwa 1,44:1, also rund 31 % weniger. Immer noch besser als vorher. Alles andere wäre auch Verschwendung.
Jetzt kann die Zeichenfolge in den Header geschrieben werden. Bspw.
X-Face: "O{CMTN7mt4>|mAvUYbs-3G}Qqv+8v)yhU{Pz7M!7fqo,Qh7TOGJGO#2B&<6Kf&Q
C3}52FL5;|y@R
Ein kompatibler Mail- oder Newsreader liest diesen Header aus, dekomprimiert die Daten wieder und zeigt das Bild beim Absender an. Programme ohne X-Face-Unterstützung können den zusätzlichen Header dagegen einfach ignorieren, sodass der eigentliche Inhalt der Nachricht davon nicht beeinflusst wird.
Damit man das nicht alles per Hand machen muss, gab es seit Jahren den Online-Converter dairiki.org/xface. Es ist ein Wunder, dass der so lang lief. Leider muss man da sein Bild immer an den Server übertragen. Da die Seite quasi Internet-Antiquität ist, kennt die auch sowas wie DSGVO nicht, was für die Europäer und vor allem die Deutschen ja sooo wichtig ist. Deshalb haben wir das mal gelöst, und nun kann man unter xface.alaskalabs.de seine X-Face-Zeichenketten generieren.
Und warum das nun wieder? Damit man die dann in Alcilla sinnvoll nutzen kann: alcilla.alaskalabs.de. ;)
Das war es auch schon. Grüße aus dem Raum 04 bei Alaska.Labs.